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WELTWEITWEGVon Australien zurück nach Europa April 22 Zum Abschluss
Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist’s: Reise, reise!
(Wilhelm Busch)
Fulda, du hast uns wieder!Berlin nimmt uns sehr nett auf, nachdem wir 24 Stunden von Kiev hierher mit dem Zug gefahren sind. Wir genießen die ersten Tage in Deutschland: saubere Straßen, geordneter Verkehr, viele Ausgehmöglichkeiten und natürlich das leckere deutsche Essen! Ja, wir sind - zumindest was diese Dinge anbetrifft - froh, wieder hier zu sein.
Letzten Freitag haben wir uns per Mitfahrgelegenheit unserer Heimat genähert. Das letzte Stückchen (bis Haimbach) fahren wir sogar noch mit dem Stadtbus. Schließlich soll unsere Rückkehr eine kleine Überraschung sein. Es ist schon ein komisches Gefühl wieder im vertrauten Fulda herumzuspazieren - vom Bahnhof Richtung Uniplatz zum Stadtschloß. Alles so nah und doch noch so fern.
Die letzten Tage haben uns zwar langsam "zurückgeholt", dennoch haben wir einiges noch nicht so richtig realisiert. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir alles verarbeitet haben? Wie lange, bis wir den Alltag wieder spüren? Oder anders: wie lange können wir unsere guten Vorsätze verwirklichen? Das vergangene Jahr hat uns sehr geprägt - vielleicht nicht unbedingt verändert, vielmehr sensibilisiert für viele Dinge. Einiges erscheint uns nun eher nebensächlich, anderes nehmen wir sicherlich gleich viel ernster. Kritischer wird man auch, wenn man sich Tag um Tag mit anstrengenden Souvenirverkäufern oder frechen Taxifahrern umherschlagen muss. Doch gerade die Menschen, ihre Kulturen und Lebensumstände haben uns am meisten beeindruckt und werden uns lange in Erinnerung bleiben.
Viele Fotos warten nun darauf, geordnet zu werden, viele Klamotten darauf, gewaschen zu werden und viele Gedanken darauf, sortiert zu werden.
Es gibt also viel zu tun nach unserer Rückkehr. Wir sind selbst gespannt auf unsere Zukunft und werden es euch wissen lassen, wo es uns hinverschlagen wird.
In unserem vorerst letzten Blogeintrag möchten wir es außerdem nicht versäumen, vielen lieben Menschen zu danken, die uns vor und während der Reise unterstützt, bereichert und auf dem Laufenden gehalten haben. Allen voran unseren Eltern, die die meiste Arbeit für uns zu Hause erledigt haben! Wir danken ebenso unseren treuen Freunden, Bloglesern, Gästebuch- und E-Mailschreibern, Reisebekanntschaften und denen, die uns unterwegs besucht haben.
Ihr alle habt dazu beigetragen, dass die Reise für uns ein unvergessliches Erlebnis geworden ist !!!
April 17 Auf Schmugglerpfaden in den WestenIn Moskau fallen uns sofort zwei allgegenwertige Dinge auf: teure Autos und Bier!
Wenn sich jemand fragt, wer die ganzen riesigen Autos, wie S-Klasse, Q7, X5, Cayenne usw., kauft, der sollte sich mal in Moskau umsehen. Hier wird richtig geprotzt, so dass es eher abstossend auf uns wirkt. Wer hier Kohle hat, der zeigt es auch.
Moskau hat alles, was man sonst wohl in ganz Russland nicht finden wird (abgesehen von St. Petersburg vielleicht). Wir fuehlen uns hier nicht sehr wohl.
Ausserdem trinkt man zu jeder Zeit und an jeder Stelle Bier. Viele Leute fallen sogar schon morgens betrunken herum - kein schoener Anblick!
Moskau erfreut uns aber mit dem schoenen Kreml und dem Roten Platz, den wir uns bei Nacht ansehen, denn da sind die Gebäude herrlich beleuchtet.
Mit unserem Transitvisum duerfen wir nur ein paar Tage in Russland verbringen, also buchen wir fuer Montagabend einen Zug nach Kiev und von dort weiter nach Berlin. Insgesamte Fahrtdauer: 36h. (Zur Info: Peking - Berlin ist also mit der Bahn in 7 Tagen und 12h zu schaffen!)
Während der Zugfahrt ist uns noch was Aufregendes passiert: Der ukrainische Zoll findet unter unseren Sitzen ca. 200 Packungen Zigaretten. Was fuer ein Abenteuer erwartet uns denn jetzt noch so kurz vor Deutschland? Doch wir bleiben glücklicherweise verschont und niemand fragt mehr danach. Kaum in Polen angekommen, beginnt hektisches Treiben im Zug. Die Schmugglerbande (inkl. Schaffner usw.) sucht nun die verbliebenen Zigaretten zusammen und braucht dazu die halbe Nacht.
Schliesslich erreicht unser Zug im Morgengrauen Deutschland. Wir verspüren eine Art Erleichterung aber auch gleichzeitig ein wenig Traurigkeit. Ist unsere Reise nun zu Ende?
Doch erstmal erfreuen wir uns an den kulinarischen, optischen und sprachlichen Vorteilen unseres Heimatlandes und verbringen ein paar Tage in der Hauptstadt, bevor es endgültig weiter in die Heimat nach Fulda geht.
April 14 Eine fast unendliche ZugfahrtVoller Ueberraschungen faengt die laengste Zugfahrt unseres Lebens an - von Peking ueber die Mandschurei nach Moskau (eine der Transsibrouten). Zum einen fahren hauptsaechlich Chinesen mit und fast gar keine Russen, zum anderen erwartet uns eine nagelneue 2. Klasse-Kabine und keine alten Holzpritschen. 3. Klasse (so wie es auf unserer Fahrkarte steht) gibt es in diesem Zug gar nicht. So weit so gut. Unser kleines Russisch-Woerterbuch kann erst mal weiter im Rucksack bleiben. Unsere chinesischen "Zimmergenossen" sprechen weder russisch noch englisch, aber zum Glueck kann unsere provodnitsa (Schaffnerin) etwas englisch. Roland vesucht gleich ihr Herz mit zwei Snickers zu ergattern und schafft es mit seinem maennlichen Charme, dass wir beide (als einzige westliche Touristen in diesem Waggon) auf der 6-taegigen Zugfahrt gewisse Vorteile gegenueber den Chinesen haben sollen.
Mit den wenigen anderen Touristen, die im restlichen Zug (insgesamt gibt es 16 Waggons) verteilt sind, tun wir uns schnell zusammen. Schliesslich sitzen wir alle in einem Boot, aehh... Zug. Man trifft sich im Restaurantwaggon zum Kniffel oder Kartenspielen, Tee oder Vodkatrinken oder einfach nur so zum Plaudern. Sechs Tage im Zug sitzen bzw. liegen kann ganz schoen anstrengend sein, zumal wir hoechstens mal fuer 20 oder 30 Min. zwischendurch bei den Stopps auf den Bahnsteig gehen und uns die Beine vertreten koennen. Am Anfang zaehlt man in Tagen und Naechten, zum Schluss sind 30 Stunden nur noch ein Katzensprung! Und was sieht man so, wenn man aus dem Fenster schaut? Gar nicht soooo viel. In China ist die Landschaft recht unspannend. Zwischendurch kommen wir an kleinen farblosen Doerfern oder Staedten vorbei. Erst nach dem Grenzuebergang (, der uebrigens ganze 11 Stunden!!! in Anspruch genommen hat) nach Russland wird es etwas interessanter: Steppenlandschaft danach Birken, Nadelwaelder und imer wieder kleine Oertchen mit Holzhauesern in sorwjetischem Ambiente. Der Hoehepunkt der Zugfahrt ist ganz klar der zugefrorene Baikalsee - ein weisses Wunder! Alles in allem war die Zugfahrt eine Erfahrung, aber sicherlich etwas, was wir so nicht noch einmal so schnell wiederholen muessen. Besser ist es erste Klasse zu reisen und zwischendurch zwei- bis dreimal fuer ein paar Tage auszusteigen (aber das war ja mit unserem Transitvisum leider nicht moeglich). Das naechste Mal... April 03 Neuigkeiten aus dem Reich der MitteAls Weltstadt kann sich Peking echt zeigen lassen: Riesige Bauten, gute Infrastruktur, viele Hotels, viele Sehenswuerdigkeiten etc. Und dann sind da noch die Olympischen Spiele, die im August anstehen. Das wird was geben hier. Es sind jetzt schon alle Busse und U-Bahnen ueberfuellt. Aber so wie die Chinesen drauf sind, werden sie auch dann wieder ein kleines "Wunderwerk" vollbringen. Da sind wir uns sicher.
Die letzten Tage in Peking verbringen wir zusammen mit Rolands Eltern und besuchen die Grosse Mauer, einen Stadtpark und lassen uns in der Stadt treiben. Wir koennen uns u.a. ihrer Reisegruppe fuer einen Tag anschliessen und ein paar Sehenswuerdigkeiten abklappern. Es ist auch mal schoen, einfach nur einem "blauen Faehnchen" hinterherzulaufen und sich um nichts Gedanken machen zu muessen, doch auf Dauer ist das sicher nichts fuer uns - wir brauchen die Herausforderung.
Die sollen wir auch in Peking noch bekommen - bei der Beantragung des russischen Transitvisums. Es gibt zu viele Regularien, das kann einen schon muerbe machen. Unzaehlige Stunden haben wir schon im Netz zugebracht und herausgefunden, dass man als Tourist im China kein Touristenvisum fuer Russland erhaelt. Also bleibt uns nur das Transitvisum, was wir zum Gluek in Peking auf der Botschaft bekommen koennen. Gluecklich, alle Unterlagen zusammen zu haben (Pass, Zugfahrkarte, Weiterreiseticket aus Russland heraus, Krankenversicherungsnachweis und 120 USD in bar!), werden wir kurz vor dem Ziel noch einmal ueberrascht: die Gebuehr wird ab letztem Jahr nur noch in Renmimbi (Chinesische Waehrung) akzeptiert!!! Ueberall anders wollten die Visastellen unbedingt USD haben! Es ist mittlerweile kurz vor 12 und uns bleibt keine Zeit Geld am Automaten zu holen, also muessen wir morgen nochmals antanzen...die Buerokratie in Deutschland ist da manchmal gar nichts dagegen! March 26 Suedwesten ChinasNach Vietnam ist fuer uns China einfach ein Traum. Schon an dem Grenzuebergang werden wir mit netter Mine und einem Smalltalk von einem jungen Grenzer begruesst. Er lotst uns ueberfreundlich durch die Immigration, und am Ende des Prozesses kann man sogar auf einer Skala von 1 bis 5 ueber den ganzen Vorgang seine Bewertung abgeben. Vollstens zufrieden. Ob da die anstehenden Olympischen Spiele dahinterstecken?
Wurden wir bei der Ausreise aus Vietnam noch wortlos hin- und hergeschoben, hat China in den ersten Minuten schon einige Pluspunkte bei uns gesammelt. Bevor wir jedoch endgueltig einreisen duerfen, wird unser Gepaeck durchleuchtet und nach Buechern Ausschau gehalten, die nicht eingfuehrt werden duerfen. Zum Glueck wussten wir vorher, dass sie es auf den Reisefuehrer "Lonely Planet" abgesehen hatten, den wir daher tief unten im Rucksack zwischen den Unterhosen eingewickelt hatten. Wir zeigen unser Tagebuch und den Suedostasien Reisefuehrer und verschweigen die "heisse Ware" und koennen passieren. (Der "Lonely Planet" wird konfisziert, da auf der Uebersichtskarte Taiwan eine andere Farbe hat als das restliche China. Dies ist aus Chinas Sicht politisch nicht korrekt!) Kunming, Dali, Lijiang
Die moderne 4 Mio. Stadt Kunming ueberrascht uns mit ihrer Organisation und Ordnung. Es gibt Fahrradwege!!! Die Roller in der Innenstadt haben Elektroantrieb, man kann auf den Fussgaengerwegen auch wieder nebeneinander laufen und muss nicht die Strasse benutzen, Autos halten an den roten Ampeln auch (manchmal) an. Und vor allem werden wir von den Chinesen freundlich behandelt und keineswegs an jeder Ecke ueber den Tisch gezogen.
Doch ein grosses Problem ist die Sprachbarriere, der wir, meist erfolgreich, mit einem Bilderwoerterbuch begegnen. Das belustigt alle. Also keine Angst, wir verhungern nicht und kommen bisher auch immer dort hin, wo wir wollen. Die Freundlichkeit und Neugierde geht hauefig soweit, dass wir im Nu von Einheimischen umringt sind, sobald wir auf der Strasse unseren Reisefuehrer rausholen. Einmal wurde er uns einfach aus der Hand gerissen, um ihn mal eben durchzublaettern. Gerne doch. Ausserdem sind wir ein sehr beliebtes Fotomotiv. Manchmal wird offensichtlich abgedrueckt, andere positionieren z.B. ihre Frau draussen am Fenster des Lokals, wo wir gerade fruehstuecken! In den sehr schoenen, alten und gut erhaltenen Alstaedten Dali und Lijiang (300km westlich von Kunming) begegnet man zu 99,9% chinesischen Touristen, wir fallen also mal wieder auf - Popstarfeeling! Diese Chinesen werden sehr bequem, sobald sie Geld zum Reisen besitzen. Es gibt z.B. Gondeln die Berge hoch und dort oben einen 10km langen gepflasterten Weg! Zu den Naturattraktionen gibt es Strassen und dort gute Wege, sonst koennten ja die Frauen ihre hochhakigen Schuhe und das Sonntagskostuemchen nicht tragen. In unseren Backpackerklamotten muessen wir in ihren Augen wohl ziemlich erbaermlich aussehen. Bevor wir auch zu faul werden, fahren wir in die Berge, zu einer der tiefsten Schluchten der Welt. Die Tigersprungschlucht (Tiger Leaping Gorge), durch die sich der Yangzi Fluss (und natuerlich eine Strasse) zwaengen. Auf einem richtigen Hoehenwanderweg (ungepflastert und ohne gondeln) kann man in 2 Tagen ueber der sehr beeindruckenden Schlucht wandern und die Ausblicke zum Fluss und in die Snowy Mountains (bis 5400m) geniessen. Chinesische Touristen trifft man hier keine. Logo. Unsere Reise geht nun weiter ueber Xi'An Richtung Peking.
March 22 OstergruesseMarch 15 Auf eigene Faust in HanoiWenn man laenger unterwegs ist, weiss man irgendwann, wo der Hase langlaeuft. Dass die Taxifahrer immer erstmal mehr haben wollen und die Fruechte auf dem Markt fuer Touristen teurer sind, das ist kein Geheimnis. Man muss halt handeln. Soweit ok. Spannend wird es hier in Vietnam dann, wenn man auf eigene Faust unterwegs sein will, d.h. mit dem "local" Bus oder Zug fahren moechte. Da sollte man ja meinen, dass da die gleichen Preise fuer alle gelten - wie bisher in anderen Laendern auch. Weit gefehlt!!!
Wir wollen von Hanoi aus die Halong-Bucht erkunden und beschliessen, dem Ueberangebot an Touren in die Bucht der vielen Reisebueros aus dem Weg zu gehen. Wir koennen das alles selbst organisieren. Klar, kein Problem! Daher nehmen wir einen "local" Bus Richtung Hai Phong. Das Taxi zum Busbahnhof will fuer die hoechstens 4km uebertriebene 140.000 Dong (ca. 6 Euro) haben. Scheinbar wurde dem Taxometer etwas "auf die Spruenge geholfen". Nach einer heftigen Diskussion beschliessen wir die Polizei zur Hilfe zu rufen, die gluecklicherweise in Sichtweite ist. Der Taxifahrer ergreift die Flucht mit 30.000 Dong, die Roland ihm hinhaelt (auch das ist noch zu viel Geld!). Auf dem Busbahnhof werden wir umringt von vietnamesischen "Bus-Schleppern". Warum kann man hier nicht ganz normal eine Fahrkarte fuer einen ganz normalen oeffentlichen Bus kaufen? Schliesslich entscheiden wir uns fuer einen Ticketschalter. Der Bus ist noch leer. Na, dann kann es sich ja nur um Stunden handeln, bis dieser losfaehrt. Denn fuer gewoehnlich starten Busse erst, nachdem sie voll sind.
Nach zwei Stunden kommen wir in Hai Phong an und werden irgendwo mitten in der Stadt rausgelassen. Wo gehts zum Hafen? Es hilft nichts, wir brauchen ein Taxi. Wir weisen mehrere ab, die viel zu viel verlangen (100.000 Dong), nehmen endlich eines (fuer 30.000 Dong), das uns zur Faehre bringen soll. Doch, wo laesst er uns raus: vor einem Reisebuero. Wiederum Diskussion, Ueberlegen, Auskundschaften wo die oeffentlichen Faehren abfahren usw. Anscheinend gibt es nur noch ein Super-Speed-Boat zur Insel Cat Ba, wo wir hin- und zwei Naechte bleiben moechten - fuer 200.000 Dong. Das erscheint uns gleich zu viel. Aber es bleibt fuer uns die letzte Moeglichkeit, um am gleichen Tag zur Insel zu kommen, da keine slow boats mehr fahren - so wird uns zumindest gesagt.
Endlich angekommen - nach 6 Stunden insgesamt - erfahren wir, dass wir (wieder) abgerippt wurden. Wir haben fast doppelt so viel gezahlt, als wenn wir ueber einen Touranbieter gebucht haetten und waren 2 Stunden laenger unterwegs. Das ist der Dank dafuer, dass wir alles auf eigene Faust organisiert haben! Das ist Vietnam.
Wir haben Vietnam nicht wirklich ins Herz geschlossen und werden daher heute Abend (15.03.) mit dem Nachtzug Richtung chinesischer Grenze aufbrechen.
Good bye, Vietnaaam!
March 05 Good morning Vietnaaam!Eine Moerderfahrt mit dem altersschwachen local bus bringt uns nach 15 Stunden! an die Kueste von Vietnam. Das einzige, was in einem laotischen Bus wirklich gut funktioniert, ist die DVD Anlage mit Fernseher fuer die quaelend, ohrenbetaeubenden Schmusekaraoke- Hits. Diese Fahrt zaehlt bisher mit Abstand zu den schlechtesten auf unserer Reise. Eingequetscht zwischen 200 Saecken Holzkohle (und dessen Staub), Kanthoelzern, Tueren, Stuehlen, Bananenstauden, Styroporkisten und Gepaeck fahren wir vollen Mutes gen Osten. Wir stoppen mehr zum Ein- und Ausladen als wir fahren, werden immer nur barsch mit einem "hey you! ..." angesprochen, haben mehrmals ein Stuhlbein oder eine Tasche im Gesicht und Erbrochenes in der Nase. Das alles macht uns maechtig Lust auf Vietnam!
Dennoch kommen unversehrt in Da Nang an und folgen dem Tipp von Silke und Jochen zu Hoa's Place. Zuvor gilt es sich mit absolut laestigen Taxifahrern herumzustreiten, die sich absolut nicht abwimmeln lassen. Sind wir hier in Indien gelandet? Wie angenehm war es in Laos...
Hoa empfaengt uns sehr herzlich in seinem Guesthouse und laesst uns erstmal relaxen. Die erste Bestellung sind zwei Biere, die wir dringend noetig haben und richtig zischen! Die Strapazen haben sich aber gelohnt: Sonnenschein, menschenleerer, feinster Sandstrand, laessiges Hostel...hier bleiben wir erstmal!
Laessiges Laos
Mittlerweile hat die Waerme wieder zu uns gefunden, nix mehr naselangmachen mit eurem deutschen Wetter! Die meisten Touristen klappern sehr zuegig die wenigen Attraktionen des Landes ab und benoetigen daher selten mehr als eine Woche. Grund genug fuer uns mal wieder die ausgetretenen Pfade zu verlassen. So machen wir an dem groessten Wasserreservoir des Landes, in Na Keun, mit nur zwei weiteren Travellern, Regula und Alfi aus der Schwiez, Halt. Wunderschoen tuerkis liegt der See vor uns. Aus dem Stausee (zur Energiegewinnung fuer Laos und teilweise Thailand) ragen dutzende Inselchen hervor, die durch die Flutung entstanden sind. Eine findige Firma "faellt" die gefluteten Baeume (Rosenholz und Timber) unter Wasser, was wir uns bei einer kleinen Bootstour mit einem Fischer anschauen. Ausserdem hat die Regierung auf einer Insel ein Gefaengnis errichtet, ein idyllisches Plaetzchen! Nach der kleinen Hauptstadt Vientiane stoppen wir in Thakhek, einem Oertchen am Mekong, was ebenfalls wenige Touristen zu Gesicht bekommt. Es gibt auch nichts zu sehen, aber man stellt sich anscheinend auf viele Touristen ein. Ein monstroeses viel zu viele Sterne Hotel z.B. hat letzten Monat eroeffnet und scheint ueberhaupt nicht hierher zu passen. Uns interessiert eigentlich die Karstlandschaft, die wir zusammen mit Myrta und Roland aus der Schweiz auf dem Roller erkunden. Nicht zu viert auf EINEM Roller, wie es hier ueblich ist, sondern wir leisten uns zwei dieser Gefaehrte! Neben Hoehlen und einem See (in dem wir aus Gesundheitsgruenden nicht schwimmen wollen, wir sind naemlich gerade mit einer Krankenschwester und einem Sanitaeter unterwegs!) wird hier auf Maerkten einiges Skurieles geboten. Mit Wurzeln und in Schnaps eingelegtes getrocknetes Geaest kann man die Potenz staerken. Uns wird eine kleine Probe angeboten, die wir natuerlich nicht ausschlagen... Ausserdem gibt es gebratene Feldratten, Eulen oder Tauben zu erstehen. Hier verzichten wir lieber auf eine Kostprobe..
February 18 Kaelteeinbruch in LaosNach den wunderschoenen Wochen in Thailand beginnt fuer uns ein neues Abenteuer: Laos. Obwohl wir beide noch nicht viel ueber dieses Land wissen, freuen wir uns sehr darauf und wollen moeglichst die Zeit unserer Visumgueltigkeit ausnutzen – vier Wochen.
Auf dem Weg per oeffentlichem Bus zu unserem ersten Ziel, Luang Namtha im Nordwesten, wird gleich der Gegensatz zu Thailand offensichtlich. Laos ist arm, sehr arm. Die Menschen leben auf dem Land in Bambushuetten oder anderen dunklen Holzverschlaegen. Strom und fliessendes Wasser gibt es oft nur bedingt. In Luang Namtha gibt es dagegen Betonbauten, eine Hauptstrasse mit einer Handvoll Restaurants und Gaestehaeusern und einem Internetladen. Per Fahrrad erkunden wir die “Stadt” und die Gegend, fahren ueber Staubpisten durch kleine Doerfer und haben das Glueck, ein Festival in einem der umliegenden Doerfer besuchen zu duerfen. Hier gibt es leckere Knabbereien fuer gross und klein. Auf Platz Nr. 1 stehen dabei die gegrillten Huehnerfuesschen. Wir koennen uns leider nicht durchringen, eines zu probieren...warum nur?!
Da Luang Namtha fuer uns sonst nicht allzu viel zu bieten hat, beschliessen wir weiter in den Osten zu fahren. Nach Nong Kiao. Eine ?-stuendige Busfahrt steht uns bevor. Eine genaue Stundenanzahl kann uns leider niemand sagen. Wir sind gespannt. Der Bus sieht auf den ersten Blick ganz o.k. aus. Die Sitze einigermassen bequem, das Reifenprofil im guten Zustand. Es kann losgehen. Waehrend der Fahrt steigen in den kleinen Doerfern von Mal zu Mal Laoten ein. Kein Problem, es ist noch genuegend Platz. Langsam wird der Bus voller und der Busbegleiter hat langsam mehr zu tun: er muss immer mehr “Kotztueten” verteilen. An die Laoten, die die Busfahrt (zugegebenermassen etwas kurvig) nicht so ganz vertragen. Bald hat sich der halbe Bus uebergeben – vor uns, neben uns, hinter uns, auf dem Gang, einfach ueberall. Und wenn das nicht schon genug waere – ploetzlich knallt es hinten links. Wir haben einen Platten. Naja, kann schonmal passieren. Komisch nur, dass der Busfahrer noch 10km so weiterfaehrt, bevor der Reifen gewechselt wird. Auch das nicht genug. Es wird von Stunde zu Stunde kaelter, diesiger und ungemuetlicher. Was ist hier los? Wo ist die Sonne hin? Kaelteeinbruch in Laos!!!
Kaelte ist ja an und fuer sich nicht so schlimm. Auch haben wir warme Sachen dabei. In laotischen Huetten oder Haeusern (eigentlich in ganz Asien) gibt es keine Heizung, und ne warme Dusche hat es in Nong Kiao auch nicht. Also heisst es sich mit heissem Tee irgendwie warm halten. Dabei koennte man hier die idyllische Karstlandschaft – am Nam Ou River gelegen – echt geniessen. Als wir am naechsten Tag mit dem Boot den Nam Ou nordwaerts nach Muang Ngoi fahren, wird es noch kuehler und ungemuetlicher. In dem kleinen Doerfchen, das zu 100% vom Tourismus lebt, kann man sich nur die Haende ueberm Lagerfeuer oder die Fuesse beim Hin- und Herlaufen waermen. Das Thermometer zeigt 12 Grad!!! an. Wir halten es nur zwei Naechte aus und fahren zurueck. Von Nong Kiao geht es vier Stunden auf einem offenen(!) Pickup mit anderen 20 Touristen eingeengt nach Luang Prabang.
Das war die kaelteste und schlechteste "Busfahrt", die wir bis dahin je erlebt haben!!
February 16 The Golden Triangle Rider RolandWaehrend Petra was "Sinnvolles" in Chiang Mai tut, fahre ich den Mae Hon Son Loop und schaue mir mit einer CB400 Land und Leute an.
Mal wieder auf einem eigenen Gefaehrt zu sitzen gibt einem ein gewisses Freiheitsgefuehl - was ich auch voll auskoste.
Den extrem huegeligen Nordwesten Thailands mit dem Motorrad zu erkundigen, ist ein Traum eines jeden Bikers (kann ich mir nach wenigen Kilometern auf jeden Fall vorstellen). In 4 Tagen fahre ich 600 km durch kurviges Gebiet, ueber Bergpaesse, durch Urwald oder fruchtbare Taeler. Pai und Mae Hon Son sind kleine abgelegene Orte, in denen natuerlich auch schon der Tourismus Einzug gehalten hat, sich jedoch ihren Charme bewahrt haben. Diese Orte haben durch Grenzschmuggeleien von und nach Burma Beruehmtheit erlangt, doch ich merke da wenig von, und auch mein Motorrad steht morgens noch unberuehrt da... Vielmehr geniesse ich die entspannte und ueberaus ruhige Atmosphaere sowie die relaxten Menschen ueberall. Sobald man die Strasse verlaesst, befindet man sich schnell in Bergdoerfern, wo ausser vielleicht einem Fernseher (und die tadellose Strasse) die Zivilation darstellen. Verschiedene Minderheiten werden haeufig als Touristenattraktion an jeder Ecke verkauft, was ich aber bewusst meide. Andere interessante Abstecher fuehren mich zu heissen Quellen oder zu der Sendestation von Kanal 4 und 9 (den dortigen Arbeitsplatz nehme ich in die Kategorie "weltbester Arbeitsplatz" auf, das ist aber eine andere Geschichte). Ausserdem gibts mehrere hundert Hoehlen und an jeder Ecke Wasserfaelle zu sehen, die ich aber auch alle unbesucht lasse. Wenn man sich alles angucken will, kommt ja nicht vom Fleck. Ausserdem haben mich meine Filmversuche und die vielen Fotos schon zu haeufig zum Anhalten gezwungen. Meine Maschine haelt meinem Fahrstil stand und bringt mich nach unzaehlbar vielen Kurven wieder zurueck nach Chiang Mai und Petra :-)
February 04 Wir schreiben das Jahr 2551Manches erscheint uns in Thailand fortschrittlicher als erwartet, sogar das Jahr. Wir leben hier naemlich im Jahr 2551. Tatsache!
Bangkok ist zwar sehenswert, aber mehr noch wollen wir den Norden Thailands erkunden. Ein bisschen in die kuehleren Berge. Nach Chiang Mai.
Wir waehlen den Tagzug, 12 Stunden Fahrt, aber schoene Blicke in die Landschaft und eine Vollverpflegung mit einem Service wie beim Fliegen bekommen wir gratis dazu.
Chiang Mai, eine nette, uebersichtliche Stadt ueberzeugt uns gleich. Ein schoenes Hotel neben dem anderen und liebevoll eingerichtete Cafes und Restaurants machen es einem nicht leicht zu entscheiden, welches man denn zuerst auswaehlen soll.
Um die Gegend rund um Chiang Mai zu erkunden, mieten wir uns einen Mietwagen fuer drei Tage und fahren noch weiter in den Norden - fast bis an die burmesische Grenze. Hier ist es sehr huegelig, und hinter jeder (Haarnadel-)Kurve erwartet uns eine neue Landschaft. Die Strassen sind in wunderbarem Zustand, sodass wir die Fahrt so richtig geniessen koennen. Auf der Route besuchen wir eine Orchideenfarm, wo wir preisverdaechtige Makroaufnahmen schiessen, zwei Elefantencamps, eine Hoehle, einige Tempelanlagen und uebernachten in einem schoenen Garten Resort in einer urigen Holzhuette.
Unserem Besuch gefaellt es anscheinend so gut wie uns, denn sie "maulen" kein einziges Mal
Im Gegenteil: Thailand weckt in ihnen Reiselust. Keine Spur von Kulturschock, kein Jetlag, keine Magen-Darm-Erkrankung! Carsten und Bernd sind gemacht fuer Asien. Sie probieren alles Essbare, lernen schnell die wichtigsten Vokabeln (wie heisst "DANKE" auf Thai nochmal, Bernd??), kapieren gleich wie das Feilschen funktioniert, ziehen ohne nachzudenken ihre Schuhe vor dem Betreten eines Tempels aus und koennen es morgens kaum erwarten "Thailand zu erkunden" und machen sich gerne zu einem morgendlichen Spaziergang auf, waehrend Petra und Roland noch tief und fest schlafen. Das ist doch mal vorbildlich.
Schoen war's mit euch. Einfach unkompliziert!
Leider hat aber auch deren Urlaub mal ein Ende, und so verlassen sie uns wieder am 1. Februar. Nun ist auch fuer uns die Zeit gekommen, dass wir zum ersten Mal auf unserer Reise getrennte Wege gehen. Roland unternimmt eine mehrtaegige Motorradtour, waehrend Petra es sich in Chiang Mai mit einem Kochkurs und anderen schoenen Dingen gut gehen laesst.
January 28 Bangkok, die zweiteWir fliegen in eine andere Welt - Bangkok, die zweite. Wir kommen!
Obwohl wir ja zuvor schon einmal in Bangkok waren, erscheint uns jetzt, nachdem wir Indien etwas "erschnuppert" haben, diese Stadt besonders sauber, ordentlich, neu und gemuetlich. Kaum zu glauben: Bangkok - eine der wohl versmogtesten Staedte Asiens ueberhaupt! Aber: die Autos (neue, gute Autos!) fahren hier in der Spur! Es gibt wenig Hupen und schon gar keine haarestraeubenden Taxi- oder Tuk Tuk-Fahrten. Alles relativ relaxt...in unseren Augen.
Wie auch immer, wir fuehlen uns gleich wohl, was auch an dem netten Guesthouse (Pannee House in der Tannee Rd.) liegen wird, in das wir einchecken. Aber - und das ist das Komische an der Sache - diese ungeahnte und ungewohnte Hygiene hat uns erst einmal zwei, drei Tage mehr oder weniger ans Bett gefesselt: Magen/Darm-Probleme! Ist hier scheinbar doch nicht alles so hygienisch???
Die ersten Tage in Bangkok verbringen wir rund um die Khao San Road - die beruehmtberuechtigte Traveller-Meile. Uns steigen die verschiedensten Gerueche von den Garkuechen in die Nase, und wir lassen uns jeden Tag frische Fruechte schmecken. Ob Ananas, Papaya, Melone - alles schmeckt frisch und fruchtig, einfach anders als bei uns zu Hause.
Nach vier Tagen, am 22. Januar, holen wir Petras Vater und Patenonkel vom Flughafen ab - der naechste Besuch von zu Hause ist angesagt. Die beiden kommen aus dem kalten, verregneten Deutschland und waren zuvor noch nie in Asien. Werden sie einen Kulturschock erfahren?
Von Null auf HundertGoa zu verlassen war nur moeglich, indem wir einen Flug von Goa nach Delhi gebucht haben. Sonst waeren wir noch ewig haengengeblieben (soll ja Leute geben...).
Wir haben die Zeit dort sehr genossen und unsere Batterien wieder aufladen koennen.
Delhi empfaengt uns mit der ueblichen Grossstadthektik und die Taxifahrt zum Main Bazaar zerrt schon gleich an unseren Nerven. Unser Hotelstandard ist nicht weit her, obwohl wir schon "etwas Besseres" gebucht haben, aber was heisst das schon in Indien? Laenger als halb zehn koennen wir nicht schlafen, denn dann wird der riesige Generator vor unserem Fenster angeworfen, der das Hotel mit Strom versorgt. Auch die Hauptstadt bleibt von den taeglichen Stromausfaellen nicht verschont.
Der Main Bazaar ist die Shoppingmeile fuer Touristen, also tun wir das auch kraeftig, schliesslich kommt ja bald wieder Besuch aus Deutschland, die uns um die Sachen erleichtern werden...
In Delhi gibt es nicht viel zu sehen fuer uns, das Red Fort mit seinen Ueberresten aus der Mogulzeit war der Wohn- und Regierungssitz der Landesherrscher von Indien und langweilt uns etwas. Ausserdem steht unweit davon die groesste Moschee Indiens. Auch hier gehen uns keine Augen ueber, zumal man bekanntlicherweise die Schuhe ausziehen muss vor dem Betreten einer Moschee, was auf dem durch Taubenkot verdreckten Platz durchaus keine Freude fuer uns war!
Delhi bietet aber rund um den Connaught Circle die feinen Markengeschaefte fuer die Mittel- und Oberschicht. Ueberall bekommt man von uniformierten Angestellten die Tuer zum klimatisierten Einkaufsparadies aufgehalten. Alle Marken zu dementsprechenden Preisen sind vorhanden - uns macht shoppen hier keinen Spass, wahrscheinlich kann man nicht einmal handeln!
Wir trauern dieser Stadt keine Traene nach, als wir in der luxurioesen Maschine von Thai Airways sitzen und Bangkok entgegenfliegen, zumal die letzte Taxifahrt mal wieder eine "Kathastrophe" ist und besonders Petras Adrenalinspiegel in unglaubliche Hoehen geraet!!
January 11 Goa - Erholung pur!Ja, waer haette es gedacht, dass wir in Indien mal 18 Tage an einem Fleck bleiben?! Wir selbst nicht. Weil es einfach ueberall so hektisch, chaotisch und laut ist, dass man es gar nicht lange aushalten kann. Doch Agonda Beach
Entspannen, zur Ruhe kommen, ein Buch lesen, sich sonnen, im Meer baden, Strandspaziergaenge machen, gut essen gehen, reden, lachen - all das tun wir hier unentwegt. Ein Traum, oder?
December 24 Frohe WeihnachtenWir wuenschen euch allen ein frohes Weihnachtsfest
und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2008!
Roland und Petra
Hello, what is your country?
“Germany!” antworten wir mit einem etwas gespielten Laecheln auf den Lippen. Diese Frage bekommt man in Indien jeden Tag mehrmals gestellt. Auch was unsere Berufe sind, wie wir heissen, ob wir verheiratet sind und ob wir Kinder haben…jaja, wir greifen hier ganz schoen in die Luegenkiste, denn in Indien als Paearchen unverheiratet unterwegs zu sein und noch keine Kinder zu haben gilt quasi als Suende. Ausserdem reisen wir nur 4 Wochen durch Indien, denn niemand wuerde hier verstehen, warum man eine 12-monatige Reise durch die Welt macht. So vereinfacht man sich das Leben ungemein.
Mittlerweile haben wir in (fuer uns) rasantem Tempo Jaipur, Pushkar und Udaipur besichtigt um rechtzeitig zum Heiligabend in Mumbai zu sein. Rolands Schwester Annette trifft naemlich (als Weihnachtsgeschenk?) an diesem Tag aus Deutschland ein und wir wollen sie natuerlich am Flughafen abholen.
In Indien ist eigentlich alles heilig und so natuerlich auch die Seen bei Pushkar und Udaipur. Es sind eigentlich eher Regenauffangbecken, die das Monsun-Regenwasser speichern. Also wird sich hier auch fleissig und ausgiebig mit dem heiligen Wasser gereinigt, waehrend Frauen nebenan die Waesche waschen und der naechste seinen Muell ungeniert entsorgt… Dennoch strahlt er eine gewisse Ruhe aus, die wir mit einem Kaffee auf der Dachterrasse unterstreichen. Entspannung pur! Allerdings ist alles ein wenig getruebt durch einen heftigen Durchfall, den wir uns beide irgendwo eingefangen haben. Elektrolyte, Pillen und eine Reisdiaet verhelfen uns nach 2 Tagen wieder zu einem angenehmeren Leben..
Wir reisen soweit moeglich nur mit dem Zug, das ist am angenehmsten und sichersten hier in Indien. Allerdings bleibt man selten von neugierigen Indern verschont, die uns nach den oben genannten Dingen fragen. Einmal muessen wir fuer ein Bild herhalten oder eine Schriftprobe abgeben. Kinder werden in unser Abteil gezerrt um uns zu begruessen oder anzufassen und einmal muessen wir auch ein Autogramm geben. Petras langen blonden Haare und besonders ihr Piercing sorgen fuer offenstehende Muender bei den Jungs. Dafuer wird man aber auch mal zum gemeinsamen mitgebrachten Mittagessen im Zug (sehr koestlich) oder zu einer gratis-Rikschafahrt eingeladen
Man ist gerne gesehen in Indien und wir finden eigentlich auch genau diese Kontakte mit den Einheimischen sehr interessant, wenn es uns auch manchmal zu viel wird. Wer also Gesellschaft sucht, dann koennen wir den local-train in Indien empfehlen.
Auf der Weiterreise nach Mumbai stoppen wir fuer 24h in Ahmedabad. Hier verirren sich wenige Touristen her und dementsprechend viel wird man auch begafft und Leute zeigen mit Fingern auf uns. Hier hatte Mahatma Gandhi sein Ashram gegruendet und viele bemerkenswerte Aktionen durchgefuehrt. Seine beeindruckende Biografie kann man dort in den Originalraeumen und auch sein bescheidenes Wohnhaus besichtigen. Das Marktviertel in Ahmedabad durchstreifen wir nur kurz, da wir dirket in der Fleischabteilung gelandet sind. Aasgeier kreisen ueber den Daechern, eine Frau verkauft ausschliesslich Huehnerkoepfe und –fuesse, Kinder betteln darum abgelichtet zu warden, eine abgezogene Kuhhaut liegt am Strassenrand…uns haelt hier nicht viel und wir fluechten in die Cyberwelt! Flachbildschirme und Breitbandverbindung, hier fuehlen wir uns aufgehobener, komisch, oder???
Masala-MixMasala - die magische Zutat, die in fast jedem indischen Gericht zu finden ist. Eigentlich eine Mischung aus sieben verschiedenen Gewuerzen, die dem indischen Essen ihren ganz besonderen Geschmack verleiht. Und weil wir das Essen hier so gerne moegen, beschliessen wir, ein paar Basics in einem Kochkurs zu erlernen. Gesagt, getan! In Udaipur, der James Bond – Octopussy – Stadt, reservieren wir bei “Sushma” einen Abendkurs. Hier lernen wir, wie man einen Chai (indischer Tee) kreiert und Chapati-Brot in der Pfanne backt. Das Paneer Butter Masala finden wir besonders lecker. Leider werden wir in Deutschland einen Paneer (indischer Bueffelkaese) – Ersatz in Form von Tofu oder Fetakaese nehmen muessen, was den Geschmack sicherlich beeintraechtigt. Nebem dem Paneer-Gericht lassen wir uns noch zeigen, wie man Daal (Huelsenfruechte) mit Reis zubereitet. Bei Kerzenlicht duerfen wir uns im Anschluss unsere “selbst gekochten” Speisen schmecken lassen. Koestlich!
Wir kaufen gleich eine kleine Dose von Sushmas selbstgemachtem Masala. So koennen wir ein bischen Magie mit nach Hause nehmen und den ein oder anderen zu einem indischem Essen einladen, wer hat Lust? December 11 Zug um Zug durch IndienIn Indien reist man am besten mit dem Zug – so sagt man uns. Fuer laengere Strecken gibt es haeufig Nachtzuege und ueberhaupt erscheint eine Zugfahrt um 99% sicherer als eine Busfahrt. Also beschliessen wir von Varanasi aus per Zug nach Agra zu fahren. Nach 12,5 Stunden – so heisst es am Bahnhof – sollen wir ankommen. Schwierig ist fuer uns aber zunaechst einmal, den richtigen Zug auf den zehn verschiedenen Gleisen zu finden. Die Schautafeln aendern sich minuetlich, die Zugdurchsagen auch. Und meistens kann man eh nichts verstehen. So eilen wir von Gleis zu Gleis, fragen uns durch, werden mal von hier nach da und zurueck verwiesen. Abfahrt ist nach Plan 16 Uhr. Es ist aber schon zehn nach vier. Wir haben den Zug immer noch nicht gefunden. Wir beginnen zu rennen. Schliesslich finden wir noch mehr Touristen, die nach Agra fahren wollen. Wir sind erleichtert. Der Zug hat eine halbe Stunde Verspaetung. Dann endlich – wir erahnen eine Durchsage mit unserer Zugnummer richtig verstanden zu haben. Und tatsaechlich – der Zug faehrt auf Gleis 7 ein. Unerwartet schnell finden wir unser Abteil. Die ersten Stunden sind ein Traum: das Viererabteil fuer uns, Lesen, Tratschen, Indisches Abendessen. Dann bekommen wir um 24 Uhr Zuwachs. Es wird schlagartig laut, jemand faengt an zu schnarchen. Wir koennen nicht richtig schlafen, sind besorgt um unser Gepaeck, weil staendig jemand durch den Vorhang lugt. Schliesslich kommen wir unausgeschlafen und mit vierstuendiger Verspaetung in Agra an. Puhhh, geschafft – fuers erste! Unser Fazit: Zugfahren ist zwar etwas entspannter als z.B. Busfahren, nervenaufreibend kann es aber trotzdem (auf eine andere Art und Weise) sein.
Ich hupe, also bin ich!Ohne grosse Vorbereitung wagen wir uns nach Indien. Bei der eher spontanen Idee von Nepal ueber Land nach Indien zu reisen war fuer eine ausgiebige Recherche nicht mehr viel Zeit. Also sind wir mal gespannt.
Indien - ein Land, das so gross ist, das wir es unmoeglich in sechs Wochen komplett bereisen koennen. Das ist uns klar. Aber unser Rueckflug von Delhi nach Bangkok steht fuer den 17.01.2008 bereits fest. Somit koennen wir dieses riesige Land wohl nur “streifen”.
Unser erster Anlaufpunkt ist Varanasi – die Stadt am Ganges. Hier will jeder Hindu in seinem Leben mindestens einmal herkommen, um sich im heiligen Fluss zu waschen. Sehenswert in dieser Einmillionenstadt sind vor allem die Ghats – Badestaetten am Ganges. Hier wird nicht nur gebadet, sondern auch gewaschen, gebetet und es werden Leichen verbrannt. Jawohl, Leichen! Hindikultur! Und alles ist voller Menschen. An manchen Ghats mehr, an manchen weniger. Wenn wir so von Ghat zu Ghat schlendern, begegnen wir nicht nur Kindern, die um etwas betteln oder etwas verkaufen wollen, auch Maennern, die eine Bootstour anbieten oder eine Massage. Wir treffen Kuehe, Ziegen, Hunde und Bueffel, die einfach nur da stehen oder liegen, Sadhus, die in ihren auffaellig orangefarbenen Gewaendern Spenden sammeln. Eindruecke gibt es Tausende – nicht alle sind schoen. Meistens riecht es naemlich sehr unangenehm: nach Faekalien. Es gibt wenig bis keine oeffentliche Toiletten. Somit pinkelt jeder dahin, wo er gerade steht (voellig ungeniert!). Dann muss man zusaetzlich noch darauf achten, dass man nicht in die vielen Kuhfladen und Hundehaufen reintritt, die ueberall – wirklich ueberall – in der Stadt herumliegen.
Viel schlimmer jedoch als das ist der Verkehr in Indien! Eigentlich begibt man sich immer in Todesgefahr, wenn man auf die Strasse tritt. Der Fussgaenger ist naemlich hier so gar nichts wert. Ilja Trojanow hat es in seinem Buch “Der Sadhu an der Teufelswand” treffend beschrieben: “Die normalsterblichen Verkehrsteilnehmer unterteilen sich in der vier Kategorien: Lastwagen und Busse, Jeeps und Pkws, Motorraeder und Autorikschas, Fahrraeder und Karren – in dieser Rangfolge. Die Unberuehrbaren des Strassenverkehrs sind die Fussgaenger. Denn wer sich kein Transportmittel leisten kann, der hat es – Lump! – auch nicht besser verdient...ein Motorrad faehrt direkt auf eine Rikscha zu, das Fahrrad kommt von links, von rechts ueberholt eine Limousine, die von einem Jeep bedraengt wird, und der Gegenverkehr donnert uns auf unserer Strassenseite entgegen. Im letztmoeglichen Moment hat irgendeiner auf die Bremse gedrueckt, ist jemand ausgewichen, haben Schwaechere eine Gasse freigegeben, die unser Taxifahrer entschlossen nutzt.”
Wir entscheiden uns bald, fuer laengere Distanzen eine (Auto-)Rikscha zu mieten. Zwar gleicht das in manchen Faellen auch einer Kamikazefahrt, es erscheint uns dennoch ein Fuenkchen sicherer als zu Fuss.
November 30 Grenzwertig, aber gewolltDa wir noch ein bischen was von Nepal sehen wollen und das gerne auf einer Trekkingtour, heuern wir zwei Guides in Kathmandu an. Wir moechten in einer Gegend ohne andere Touristen trekken gehen, mit Zelt - 4 Tage sollten genug sein. Der spannende Trip geht schliesslich los mit einer Fahrt im Chickenbus (local bus) fuer 8h Richtung Sued-Westen – Beinfreiheit gibt es hier nicht. Dort sind die Berge niedrig, das Wetter waermer und keine Touristen unterwegs. Wir besuchen das Elternhaus von unserem Guide, Vishnu. Dort schlagen wir erstmal unsere Zelte im Hof auf und werden dabei von vielen Kindern des Dorfes umringt. Sie haben noch nie ein Zelt gesehen, teilweise auch noch keine Touristen. Besonders Petras blonden langen Haare sind der Renner… Wir essen im Haus das nepalesische Hauptgericht “Daal Baaht”, Reis mit einer Linsensosse und etwas Gemuese. Dies soll sich die naechsten vier Tage auch nicht aendern, hier gibt es nix anderes! Wir werden freundlichst umsorgt und mit Raksi betankt. Diesmal waren wir schlauer und haben zur weiteren Unterhaltung ein paar Familienfotos von uns mitgebracht. Nochmal Raksi. Der Vater versteht kein Wort Englisch, lacht aber ununterbrochen. Nochmal Raksi? Unsere Guides uebersetzen ab und an und so geht der Abend schnell vorueber. Die naechsten drei Tage sind der absolute Hammer, koerperlich sowie geistig und seelisch. Wir laufen 9h bis zum naechsten gesetzten Ziel, zwischendurch werden wir von vielen Kindern “eskortiert” mal froehlich, mal sehr scheu und skeptisch. Die Erwachsenen bekommen ebenso grosse Augen. Hierher haben sich wohl noch keine Wanderer verirrt.
Im naechsten Dorf ueberwiegt die Skepsis der Froehlichkeit und alle beaeugen uns. Besonders die Zelte sind aufregend und scheinen wie gelandete Ufos in dem kleinen Dorf. In der Kueche am Boden hockend (es gibt Daal Baaht!) werden wir durch die offene Tuer beobachtet. Mittlerweile scheint sich das ganze Dorf vor der Tuer zu draengen und jeder will einen Blick erhaschen. Normalerweise ist Roland vorsichtig mit dem Fotografieren von Menschen, aber dieser Anblick aus der Kueche heraus musste eingefangen werden. Ein Blitz! Und schon ist das Bild auf dem Display “entwickelt”, alle draengen sich nun noch mehr um ein Abbild seinesgleichen auf dem Display zu sehen. Der letzte Tag endet schon wieder in der Dunkelheit und wir sind noch nicht angekommen. Unsere Guides, die diese Strecke vor vielen Jahren das letzte mal gelaufen sind, haben sich ein wenig verschaetzt. Doch unsere Gastgeber sind sehr freundlich und interessiert. Natuerlich spricht es sich schnell herum, dass “komische Fremde” im Dorf sind und ca. 20 Leute versammeln sich wieder um uns herum. Das taegliche Daal Baaht schmeckt hier superlecker (aber wir freuen uns auch wieder auf die gute Kueche Kathmandus) und totmuede fallen wir ins Bett. Die sanitaeren Anlagen – wenn man es so ueberhaupt bezeichnen kann – sind sehr grenzwertig. Wir sind froh uns nur fuer ein paar wenige Tage am Dorfbrunnen waschen zu muessen oder mit zugehaltener Nase (und Augen) ueber dem Hockklo zu sitzen. Duschen gibt es sowieso keine. Ein paar Naechte direkt neben Bueffeln, Huehnern, Ziegen und Schweinen zu schlafen kann man gerade noch verschmerzen. (Ausserdem haben wir beschlossen kein Popstars zu werden, denn staendig beaeugt zu werden und Mittelpunkt aller Interessen zu stehen, liegt uns nicht!)
Es gibt mal wieder viel mehr zu erzaehlen als wir schreiben koennen. Ein paar Bilder geben einen kleinen Eindruck von unserer “remote area” Tour.
Es war eine Erfahrung fuer beide Seiten, wir werden sie nicht vergessen.
Zurueck in KTM entkommen wir dem trubeligen Thamel und besuchen ein angrenzendes Oertchen Bhaktapur, eine Art Altstadt. Unversehrt, verwinkelt, ruhig, erholsam. Genau das, was wir mal brauchen. Wir lassen es uns einfach gutgehen, schlendern durch die Gassen, essen gut und lesen mal wieder ein Buch. Ein Umweg ueber Patan (im Sueden von KTM) lohnt unserer Ansicht nach nicht wirklich, aber wer gerne viele Tempel auf einem Haufen sehen mag ist hier richtig. Wir haben nun erstmal wieder genug nepalesische Kultur getankt und freuen uns nun riesig auf Indien….
Buerokratische Fesseln
Zurueck in KTM (nach 8h Busfahrt fuer 200km) checken wir erstmal die Lage. Da es zur Zeit eher ungeschickt ist nach Myanmar zu reisen (wir haben auch keine Lust leerstehende Kloester zu besichtigen) und wir kaum Informationen ueber die Lage in diesem Land bekommen, entscheiden wir uns kurzum nach Indien zu reisen. Doch dafuer benoetigt man ein Visum – logo. Doch die indische Buerokratie ist noch schlimmer als die deutsche. Wir muessen in KTM dreimal bei der indischen Botschaft antanzen und jeweils mehreren Stunden Wartezeit hinnehmen. Erst muss ein Fax nach Deutschland gesendet warden, ob wir “clean” sind, also keine Kriminellen oder so. Nach drei Tagen kommt die Antwort und man darf sich fuer ein Visum bewerben. Wir sind brave Staatsbuerger und bekommen dann beim dritten Besuch endlich das Visum eingeklebt. Insgesamte Wartezeit: 7h!
OK, jetzt steht die Grenze fuer uns offen. In ein paar Tagen werden wir ueber Land einreisen und so ein bischen mehr Lokalkolorit spueren…
Pokhara
Das ruhige Pokhara geniessen wir noch einige Tage bei tollstem Wetter am See, mit Blick auf die verschneiten Berge des Annapurna Massivs sowie den angrenzenden Bergen. Das touristische Pokhara ist eigentlich eine lange Strasse am See mit hunderten Souvenirlaeden und guten Restaurants mit leckerem Essen aus aller Welt. Um diesem ein wenig zu entkommen und das richtige Nepal zu sehen, mieten wir uns ein Motorrad fuer einen Tag. Hier laeuft der Verkehr etwas ungeordneter als in Deutschland (wir lieben D. dafuer), doch wenn man aus Pokhara draussen ist auf dem Land ist alles ganz relaxt. Waehrend 150km erkunden wir frueh morgens Sarangkot, ein hochgelegener Aussichtspunkt mit spektakulaerer Sicht auf den Himalaya. Wenn man bei Sonnenaufgang dort ist, soll es angeblich auch recht spannend sein, wir schaffen es leider nicht ganz so frueh, dafuer sind bei unserer Ankunft schon alle anderen Touristen verschwunden und wir haben fast alles fuer uns. Auch nicht schlecht. Langsam tuckern wir durch die Gegend und lassen alles ein wenig auf uns wirken, sobald man auf dem Land ist, wird alles sehr aermlich und einfach. Bauern gehen ihrer Arbeit nach und ernten Reis, trennen das Korn von der Spreu und schichten das Stroh auf. Einige Kinder gruessen uns freundlich und viele schauen einfach nur verwundert, wer sich hierher verirrt hat.
November 16 Fisch-FotosUebrigens haben wir hier http://picasaweb.google.com/wir.sind.dann.mal.weg/UndWirLiebenSieImmerNochDieInseln noch ein paar neue Fotos vom Tauchen auf Koh Phangan hinzugefuegt...
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